Sajama Trekking
Privattour, 4 Tage
Der höchste Berg Boliviens besticht durch seine freistehende Lage und ist für erfahrene und konditionsstarke Bergsteiger von La Paz aus in vier Tagen zu besteigen.
1. Tag: Sie fahren mit dem Allradfahrzeug oder Bus erst mal nach Patacamaya, einem kleinen Dorf an der Hauptstraße, wo Sie frühstücken können. Durch karge Steppenlandschaften geht die Fahrt weiter, mit einem neuen Stopp für eine Marktveranstaltung. Sajama ist kleines, völlig abgelegenes Dorf am Fuße des gleichnamigen Berges, mit 6.542 M der höchste Berg Boliviens. Schon 1939 wurde das gesamte Umland unter Schutz gestellt und der fällige Nationalpark dann ebenfalls Parque Nacional Sajama genannt. Hier befinden sich noch weitere Vulkanberge, dazu der höchste Wald Boliviens (Quenuabäume), Lagunen, heiße Quellen, Geysire sowie prähispanische Ruinen. Heimische Tiere sind Vicuñas, Kondore, Andenpumas, Gürteltiere, Andenfüchse, Flamingos und Andenwildkatzen, also eine stattliche Auswahl interessanter Tierarten.
Doch zuerst heißt es, sich registrieren zu lassen und die Gebühr zu bezahlen, das allerdings geht ausnahmsweise recht schnell und unkompliziert. Das Dorf ist sehr einfach aufgebaut, Strom und Wasser gibt es hier nicht, aber einen kleinen Laden, in einem Restaurant zu finden, und ein paar extrem einfache Unterkünfte. Das Ganze auf immerhin über 4.300 M Höhe.
Sie wollen es noch einfacher und übernachten auf 4.700 M im Zelt, gleichzeitig das Basislager für die Besteigung des Sajamas. Neben interessanten Baumarten säumen Lamas Ihren Weg, immer im Angesicht dieses gewaltigen Eisklotzes, wo auch Ihr karges Abendessen stattfindet.
2. Tag: Eine erneut kalte Nacht erwartet Sie, dann machen Sie sich schwer bepackt über karges, steiniges Gelände auf zum Hochlager. Dieses liegt auf dem West Grat in 5.700 M Höhe, es liegen also 1000 Höhenmeter vor Ihnen, mit randvollen Rucksäcken und in bereits großer Höhe. Zuerst geht es sehr gut, der Weg ist gut gangbar, man findet schnell seinen Rhythmus. Extrem anstrengend werden dann dafür die letzten schätzungsweise 200 bis 300 Höhenmeter, es geht über rutschigen Schnee und sehr steiles lockeres Geröll. Eine Mordsquälerei mit dem großen Rucksack, auch die Höhe macht Ihnen zu schaffen. Dieses Gelände wäre auch mit normalem Rucksack in den Alpen schon sehr mühsam, doch bald ist das Hochlager erreicht. Schnell steht das Zelt, nur essen müssen Sie heute noch.
Vor dem starken Wind und der Kälte flüchtet man sich am besten möglichst früh ins Zelt für eine sehr kalte Nacht. Glücklich, wer in dieser Höhe noch Schlaf finden kann.
3. Tag: Der Gipfeltag, wiederum werden Sie mitten in der Nacht geweckt, die meisten sind froh, endlich aus dem Zelt rauszukommen. Nach einem kurzen und kalten Frühstück werden gleich die Steigeisen angelegt. Sofort geht es steil zur Sache, zum Glück ist der Rucksack viel leichter geworden. Eine kleine Eiswand mit einem scharfen Gradstück bildet die Schlüsselstelle, eher kurz und harmloser als am Huayna Potosí. Dafür bleibt der komplette Anstieg sehr steil und ist deshalb sehr mühsam. Es ist fast unmöglich einen Rhythmus zu bekommen. Doch der höchste Berg des Landes motiviert natürlich, und somit quälen Sie sich weiter, bis tatsächlich das breite Gipfeldach geschafft ist. Es hat wirklich fast die Größe eines Fußballplatzes, doch Respekt vor denen, denen jetzt noch nach Spielen ist.
Hier oben ist die Luft extrem klar, deshalb reicht die Sicht quer durch ganz Bolivien, bis hin zur weit entfernten Königsgebirge. Als Zugabe gibt es phantastische Farbenspiele über dem benachbarten Parinacota. Doch die Führer drängen zum baldigen Abstieg, um vor dem Aufweichen der Eisflächen das Hochlager zu erreichen und wieder etwas wärmer zu werden. Runter ist es nun nicht mehr annähernd so anstrengend, schnell geht es zurück zum Zelt. Hier ist erst mal eine Pause angesagt, bevor Sie alles zusammenpacken und den direkten Weg, eine Abkürzung über eine Firnflanke, zum Basislager einschlagen. Dort können Sie entscheiden, ob Sie heute noch ins Dorf weiter laufen, um sich eine weitere Nacht im Zelt zu ersparen.
Zusätzlich können Sie heute noch das Thermalbad besuchen, um sich etwas zu entspannen. Dieses besteht aus heißen Freiluftquellen und liegt ein paar Kilometer vom Dorf entfernt. Dort werden Sie sich in dem Ladenrestaurant einmieten. Es gibt zwar keine richtige Toilette hier, kein Licht und fließend Wasser, dafür aber ein gutes Abendessen und die lang ersehnte Sprite. Ansprüche stellen Sie sowieso keine mehr, Hauptsache ein warmes Bett.
4. Tag: Am Morgen bleibt noch Zeit für ein paar wunderschöne Vulkanfotos in kristallklarer Luft, oder eben der Abstieg vom Basislager und die Thermalquellen. In jedem Fall sollte man durch das weiße Friedhofstor das klassische Sajama-Foto versuchen. Durch die grandiose Vulkanlandschaft führt Ihr Weg zurück nach La Paz. Heute brauchen Sie nur noch im Auto sitzen, eine angenehme Abwechslung nach den Strapazen der Vortage. Dabei bleiben Ihnen noch einige Blicke zurück zum Sajama in verschiedenen Perspektiven.
In La Paz steht dann Ausruhen auf dem Programm, dazu natürlich endlich mal wieder eine warme Dusche und ein reichhaltiges Abendessen.
|
|




